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Naga-uta 2019

Nagauta

Nagauta(長唄), wörtlich "langes Lied", ist eine Form traditioneller japanischer Musik und entstand ca. um 1740 in Edo, dem alten Tokyo. Es ist eines der bekanntesten Genres der Shamisen-Musik mit Gesang, das sich sowohl in der Tradition der Unterhaltungsmusik der Geisha, als auch im Kabuki Theater findet.

Nagauta begleitet ungefähr die Hälfte aller Szenen oder Stücke des Kabuki-Repertoires. Es ist auch der dominierende Musikstil, der japanischen Tanz (Nihon-buyō) begleitet. Es wird als eher lyrischer hauptsächlich musikbetonter Stil beschrieben, im Gegensatz zu den erzählerischen Stilen Tokiwa und Kiyomoto, die gemeinsam mit anderen Shamisen-Stilen im Kabuki gespielt werden.

Nagauta hat sich nicht aus einer eigenständigen Wurzel, sondern aus der Verbindung von Einflüssen und Merkmalen anderer Stile entwickelt. Gerade dadurch hat es einen unverwechselbaren Charakter entwickelt, einen höchst eigenständigen Musikstil, markant und eigenwillig in seinen Melodien, in seinem Gesangsstil und auch in der Art der Shamisen-Instrumentation.

Das heutige Kabuki hat sich angeblich aus dem Tanz „Kabuki Odori“ entwickelt, den die Tänzerin Okuni um 1603 erstmals aufgeführt hatte. In seinen Anfängen bestand Nagauta aus Gesang, Tsuzumi, Okawa (Seiten-Trommel) und Taiko (Trommel). Erst etwas später kam das Shamisen dazu und es entstand die Instrumentierung des heutigen Nagauta.

Einige der frühen Kabuki Tanzstücke, wie z.B. „Musume Dōjō-Ji (Das Mädchen am Dōjō-Tempel)“ und „Echigo Jishi“ entstanden in der Mitte des 18. und im frühen 19. Jahrhundert.

Im Laufe seine Entwicklung wurden Kabuki-Kompositionen auch von berühmten Nō – Themen inspiriert, wie z.B. „Kanjin Cho“ und in der Mitte des 19. Jhds. hervorgebracht.

Schließlich entwickelte sich in der Kabuki-Musik ein neues Genre, die Salon-Nagauta Musik. Dieser neue Stil gestattete Zuhörern Nagauta in den Salons neben dem Theater zu genießen. Während der Meiji-Periode (1868 – 1912) entstanden Lieder, die auf historische Personen und Vorkommnisse Bezug nahmen. Große Teile des Nagauta-Repertoires wurden über 250 Jahre hauptsächlich durch die mündliche Überlieferung der Musiker weitergegeben.